Der Verursacher für die Verunreinigung des Westerbachs mit Öl am gestrigen Freitag steht „vermutlich“ fest: Eine Anwohnerin der Pestalozzistraße hatte Heizöl bestellt und das wurde am Mittag geliefert. „Vermutlich kam es beim Befüllen des Öltanks zu einem Austritt der Flüssigkeit, welches von dem Zulieferfahrzeug in den angrenzenden Gully floss. Von dort aus gelangte das Öl sodann in den Westerbach.“, heißt es in der Pressemitteilung der Polizei.
Das Ganze soll laut Bericht gegen 14:30 Uhr passiert sein. Die alarmierte Feuerwehr legte Gewässersperren an und ein Kanaldienst saugte die aufgestauten Anteile des Öls ab. Die polizeilichen Ermittlungen bestätigten die Vermutung, dass es sich bei der Substanz um Heizöl handelt.
Erste Meldung über die sozialen Medien
Am frühen Abend gelangte die Nachricht über das Ereignis erstmals durch Facebook an die Öffentlichkeit. Einer Mutter fiel der Geruch im Oberort auf und sie veröffentlichte ein Foto der Ölschlieren im Westerbach. Gegen 18 Uhr waren die Einsatzkräfte der Feuerwehren aus Eschborn und Niederhöchstadt immer noch damit beschäftigt den Kanal zu spülen und in Richtung Westerbach abzudichten.
Doch welcher Kanal war das?
Bereits beim letzten bekannten
Heizöl-Fall im Mai 2018 kamen Merkwürdigkeiten zum Vorschein. Die Mitarbeiter des städtischen Fachbereichs Planen und Bauen entdeckten eine
Manipulation am Abwasserkanal, durch die Heizöl in den Regenwasserkanal gelangen konnte. Am Freitagabend reagierte ein befragter Fachmann entsprechend und sagte, dass normalerweise der Mischwasserkanal in der Pestalozzistraße keine Verbindung zum Westerbach habe. Auch die Sinkkästen am Straßenrand würden dort hineinlaufen. Der Öleinlauf müsse deshalb woanders stattgefunden haben.
Die Realität sieht anders aus. Am Fuße der Pestalozzistraße gibt es zwei Gullydeckel, einer davon gehört zu einem Kanal, der seinen direkten Auslass in den Westerbach hat (siehe Foto). Dort waren auch heute Nachmittag noch kleinere Ölreste zu sehen.
In der Polizeimeldung heißt es dazu: „Am Abend (Anmerkung: Freitag) noch wurden Wasserproben entnommen. Am Folgetag erfolgten erneute Messungen durch die Untere Wasserbehörde, bei denen keine nennenswerten Verunreinigungen mehr festgestellt werden konnte.“