Ermittlungserfolge dank Videotechnik

Symbolbild: Photo-Mix - pixabay.com

Am späten Freitagnachmittag fuhren zwei Mannschaftsbusse der Bereitschaftspolizei zur Verstärkung in Richtung Polizeistation Eschborn-Niederhöchstadt. Es steht ein kontrollintensiver Wochenendauftakt im östlichen Main-Taunus-Kreis  bevor. Einer der Brennpunkte dabei ist und bleibt die Schwalbacher Limesstadt.

In einer Pressemitteilung, ebenfalls am Freitag, berichtet die Polizeidirektion Main-Taunus von Ermittlungserfolgen in zwei Fällen aus Schwalbach, die dank des Videoeinsatzes möglich wurden.

Verstoß gegen das Waffengesetz und Bedrohung

Am 04.02.2019 schoss ein bislang unbekannter Täter mit einer Schreckschusswaffe mehrmals auf einen Pkw, der auf Höhe der Tankstelle im Westring an einer Ampel wartete. Die sofortige Fahndung nach dem flüchtigen Täter verlief zunächst erfolglos.

„Der Schütze war auf Kameraaufzeichnungen einer nahegelegenen Tankstelle zu sehen und konnte wenige Tage später vom Schwalbacher ‚Schutzmann vor Ort‘ am Busbahnhof in Schwalbach wiedererkannt werden.“, heißt es in der heutigen Mitteilung. Für die Festnahme des Tatverdächtigen rückten zeitnah verstärkte Polizeikräfte an. Es musste vorerst von einem bewaffneten Tatverdächtigen ausgegangen werden.

Mit Hilfe der Live-Bilder der Videokameras im Bereich des Marktplatzes konnten die Einsatzkräfte an den Mann herangeführt werden. Der  54-Jährige ließ sich widerstandlos festnehmen. Bei einer anschließenden Durchsuchung seiner Wohnung stellten die Beamten die Schreckschusswaffe sicher, die er geschenkt bekommen haben will. Der Mann ist bereits mehrfach polizeilich in Erscheinung getreten. Gegen ihn wird nun wegen eines Verstoßes gegen das Waffengesetz und wegen Bedrohung ermittelt.

Gefährliche Körperverletzung

Der zweite Fall ereignete sich am 06.03., ebenfalls am Marktplatz in der Limesstadt. Ein 30-jähriger Mitarbeiter des dortigen Rewe-Marktes wurde am Abend gegen 20:50 Uhr von einer 10-köpfigen Gruppe von Jugendlichen attackiert, nachdem er sie des Marktes verweisen wollte, weil alle bereits Hausverbot haben.

Der Tathergang außerhalb des Gebäudes und auch die Täter wurden an jenem Mittwochabend aus verschiedenen Perspektiven von Kameras im Bereich des Marktplatzes aufgenommen. „Darüber hinaus wurden auch Zeugen identifiziert, die im Verlauf des weiteren Strafverfahrens von Bedeutung sein könnten.“, schreibt die Polizei.

Mehrere polizeibekannte Jugendliche und Heranwachsende aus Schwalbach stehen nun im Zentrum der Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung. Der verletzte Rewe-Mitarbeiter musste nach dem Angriff stationär in einem Krankenhaus aufgenommen und behandelt werden. Er befindet sich nach Polizeiangaben aber mittlerweile auf dem Weg der Besserung.

Die Leitung steht (endlich)

Am 20. Dezember 2018 gingen die insgesamt 17 Kameras auf und rund um den Markplatz in Betrieb. Zunächst liefen die Bilder in einem Raum im Schwalbacher Rathaus auf. Wie die Polizei am Freitag mitteilte, funktioniert nun die Weiterleitung der Videobilder direkt in die Polizeistation Eschborn-Niederhöchstadt. Weiter heißt es: „Neben den Vorteilen bei der Aufklärung von Straftaten können damit nun unmittelbar auf erkannte Gefährdungen oder Straftaten im Bereich des Schwalbacher Marktplatzes reagiert und entsprechende polizeiliche Maßnahmen koordiniert werden.“

Ob ständig eine Beamtin oder ein Beamter die 17 Monitorbilder im Blick behält und damit jederzeit eine Gefahrenlage erkennen kann, ist fraglich.

Bisher zum Thema:
13.01.2019: → Feuerteufel außer Sichtweite

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