Seit Passanten am späten Freitagnachmittag am 11. Mai 2018 eine große Öllache im Westerbach entdeckten und die Feuerwehr alarmierten, nahm ein Kriminalfall seinen Lauf, bei dem es an Merkwürdigkeiten und Fragezeichen nicht mangelt.
Heizöl hinterlässt sicht- und riechbare Spuren, wenn man es durch ein Kanalrohr ablaufen lässt. Bei einer Menge jenseits der tausend Liter sogar in deutlicher Ausprägung. Wie kann es dennoch gelingen als Täter unerkannt zu bleiben?
Beim Abarbeiten der offenen Fälle aus dem letzten Jahr durfte der Heizöl-Krimi nicht fehlen. Wie die Sprecherin der Frankfurter Staatsanwaltschaft auf Nachfrage mitteilte, wurde der Fall bereits im August 2018 mit dem Vermerk „Täter unbekannt“ eingestellt.
Vom Schmutzwasserkanal in den Regenwasserkanal, bis in den Westerbach
Da speziell die technischen Ermittlungen zur Quelle des Heizöls im Abwassersystem von Mitarbeitern aus dem Fachbereich Planen und Bauen der Stadt Eschborn durchgeführt wurde, lohnte sich ein abschließendes Nachfragen.
Frage: Konnte die Stadt Eschborn den Verursacher eindeutig ermitteln und ist dieser schadenersatzpflichtig? Wie hoch sind die Kosten, die dem Verursacher insgesamt angelastet werden?
Antwort Stadt Eschborn: Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hat das Ermittlungsverfahren gem. § 170 Abs. 2 Strafprozessordnung eingestellt. Nach Aussage der Staatsanwaltschaft konnte kein Täter ermittelt werden. Die Kosten bleiben somit bei der Stadt Eschborn.
In welchem Zustand ist das Eschborner Kanalsystem?
Warum sich angeblich trotz des Einsatzes einer Roboterkamera kein Ausgangspunkt für den illegalen Zulauf des Heizöls finden ließ, gibt Spekulationen Raum. Wer sich die Mühe macht und im Internet Fälle recherchiert, in denen Heizöl durch einen Unglücksfall ausläuft, erahnt was anderenorts bei deutlich kleineren Mengen losbricht. In Eschborn ist das offensichtlich anders. Gilt das für alle Täter?
[green_box]Die Chronologie:14.07.2018 Heizöl-Krimi: Wer zahlt die Zeche?
05.06.2018 Tatort eingekreist
31.05.2018 Umweltbehörde setzt auf bakteriellen Abbau der Ölreste
29.05.2018 Ölverschmutzung wird zu veritablen Kriminalfall
22.05.2018 Behördliche Suchaktivitäten bislang erfolglos
18.05.2018 Noch kein amtliches Laborergebnis
17.05.2018 Follow-up zur Ölverschmutzung
15.05.2018 Umweltkommissariat sucht Zeugen und Hinweisgeber
13.05.2018 Auf der Suche nach dem Verursacher
12.05.2018 1000 Liter ölhaltige Substanz in den Westerbach gelangt[/green_box]