Am Sonntagvormittag roch es in den Unterwiesen noch immer stellenweise nach Öl. Im weiteren Verlauf des Wetterbachs, auf Frankfurter Seite, konnte man die Schlieren an den Ölbarrieren deutlich sehen. Am Montag soll der Einsatz eines Kameraroboters in den Kanalrohren die Ermittler zum Verursacher der umfangreichen Gewässerverschmutzung führen.
[green_box]→ 1000 Liter ölhaltige Substanz in den Westerbach gelangt[/green_box]
Dr. Erwin Mark, der Fachberater Gefahrgut im Main-Taunus-Kreis für die Feuerwehren, sagte im Gespräch mit dem Eschborner Stadtreporter, dass es sich bei der roten, ölhaltigen Substanz wahrscheinlich um Heizöl handele. Das genaue Ergebnis bringe die Laboruntersuchung.
Der Chemiker wurde am Freitagabend von der Eschborner Feuerwehr zum Einsatz dazu gerufen, um die Gefährdung abzuschätzen, auch für die eingesetzten Feuerwehrleute.
Die von der Polizei genannten ca. 1000 Liter seien eine Schätzung, die sich aus dem 20 Quadratmeter großen Ölteppich mit einer Höhe von 5 cm ergeben hatte, der sich vor der ersten errichteten Ölbarriere bildete, erklärte Dr. Mark.

Keiner weiß, wie viel Öl bereits vorher durch den Westerbach geflossen ist.
Passanten hatten am frühen Freitagabend, kurz nach 17:30 Uhr, den starken Ölgeruch in den Unterwiesen direkt am Feuerwehrgerätehaus gemeldet, da sich dort gerade Feuerwehrleute aufhielten, sagte Dirk Koch.
Der stellvertretende Stadtbrandinspektor erklärte weiter, dass insgesamt 30 Feuerwehrleute aus Eschborn, Schwalbach, Bad Soden und Niederhöchstadt im Einsatz bis 02:00 Uhr im Einsatz gewesen seien. Die auswärtigen Wehren lieferten hauptsächliche zusätzliches Material. Eine Fachfirma pumpte das aufgestaute Öl ab.

Auf Höhe der Ev. Kita Raupenland läuft das Kanalrohr in den Westerbach, aus dem das Heizöl kam. Feuerwehrleute krabbelten unter Atemschutz in den Kanal und dichteten die Deckel nach oben ab und saugten kleinere Mengen Öl ab, die sich noch im Rohr befanden.
Verfahren wegen Gewässerverunreinigung
Ab Montag kommen neben den Ermittlern der Kriminalpolizei auch die Mitarbeiter des Amts für Bauen und Umwelt aus Hofheim zum Einsatz. Die „Untere Wasser- und Bodenschutzbehörde“ wird klären, ob und welchem Umfang Uferbereiche in den Unterwiesen ausgebaggert und werden müssen.
Auch auf der Frankfurter Seite des Westerbachs stehen Untersuchungen an.
Wenn der Kameraroboter beim Verursacher anklopft, könnte es für diesen teuer werden.