Keine Beweise für politischen Brandanschlag in Schwalbach

Die Behauptung aus der linken Szene, dass im September 2018 eine politisch motivierte Brandanschlagsserie gegen links-alternative Wohnprojekte und Einrichtungen in Schwalbach ihren Anfang genommen haben soll, kann die Polizei nicht bestätigen. Mehrere Medienberichte haben die angebliche Chronologie der Brandserie aufgegriffen, die aus linken Kreisen kolportiert wird.

Teilweise spektakuläre Fotos von Feuersäulen und Blaulichtgewitter gingen in der Nacht vom 14. auf den 15. September 2018  durch die sozialen Netzwerke. In der Schwalbacher Altstadt stand eine Scheune in Vollbrand, die Flammen begannen durch die enge Bebauung auf weitere Gebäude im Umfeld überzugreifen.

Rund 200 Einsatzkräfte aus dem ganzen Main-Taunus-Kreis konnten die teilweise Zerstörung des links-alternativen Wohnquartiers „Knotenpunkt“ in der Taunusstraße nicht mehr aufhalten, aber den Rest der Altstadt vor einer Katastrophe bewahren.

Rechte Gewalt gegen linke Projekte?

In Medienberichten ist inzwischen von mehreren „Brandanschlägen gegen linke Projekte und Einrichtungen“ im Großraum Frankfurt die Rede, die Taten sollen aus Sicht der linken Szene zusammenhängen. Das Gehöft „Knotenpunkt“ in der Schwalbacher Altstadt gehört zum sogenannten „Mietshäuser Syndikat“ und soll chronologisch den Anfang der mutmaßlichen Brandserie bilden, die seit September läuft.

Vorläufiger Höhepunkt der unklaren Lage mit angeblich neun Fällen ist ein Ereignis in Hanau am 21. Dezember 2018. Ein 46-Jähriger Frankfurter hatte dort im „Autonomen Kulturzentrum“ nach Angaben von Anwesenden in einem Nebenraum Feuer gelegt, das aber gelöscht werden konnte, bevor nennenswerter Schaden entstand.

Der Tatverdächtige soll laut einer Pressemitteilung des Syndikats das Wohnprojekt in Schwalbach bereits 2015 bei Aufsichtsbehörden angeschwärzt haben, weil in der Rechnungslegung Fehler vorliegen würden.

Keine Beweise für Zusammenhänge zwischen Hanau und Schwalbach

Das für Schwalbach zuständige Polizeipräsidium Westhessen hat trotz intensiver Ermittlungen „bislang keine Anhaltspunkte für eine vorsätzliche Inbrandlegung“ der Scheune im „Knotenpunkt“, folglich auch nicht für eine politisch motivierte Tat.

Die eingeschalteten Brandexperten des Landkriminalamts sehen die Wahrscheinlichkeit als eher gering an, dass vorsätzlich ein Brand gelegt wurde. „Im Moment erscheint es überaus wahrscheinlicher, dass ein technischer Defekt oder eine Fahrlässigkeit seitens der Bewohner das Feuer verursacht hat. Darüber hinaus stehen wir mit den Kollegen in den betroffenen Städten in Verbindung.“, erklärte Polizeisprecher Johannes Neumann heute auf Nachfrage.

Der Brand in Schwalbach brachte weitere Entdeckungen in den Fokus der Kriminalpolizei: „Es hat nach Pflänzchen gerochen“