Für rund 20.000 Mitglieder eines Forums im Darknet gibt es seit Ende letzter Woche nur noch das Sicherungsbanner zu sehen. Beamte des BKA haben am 8. Juni 2017 mit Unterstützung von Spezialkräften der Bundespolizei einen 30-jährigen Beschuldigten in Karlsruhe in seiner Wohnung festgenommen.
Wie das Bundeskriminalamt heute in einer gemeinsamen Meldung mit der Generalstaatsanwaltschaft in Frankfurt berichtet, besteht gegen den Verhafteten der Verdachts des unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln und Waffen über eine deutschsprachige Darknet-Plattform, für die er der alleinige Administrator war. Unter anderem soll die Anbahnung für den Kauf der Waffe, die beim Amoklauf in München am 22. Juli 2016 eingesetzt wurde, über dieses Internet-Forum erfolgt sein.
Die Plattform beinhaltete eine Marktplatz-Sektion, über die zahlreiche illegale Handelsgeschäfte, insbesondere Drogen- und Waffenverkäufe, angebahnt wurden, berichtet das BKA. Falschgeld, gefälschte Personalausweise, ausgespähte Kreditkartendaten und Kundenkonten sowie gefälschte Bankkonten seien ebenfalls im Angebot gewesen.
Server beschlagnahmt
Monatelange verdeckte Ermittlungen führten zu der Identifizierung des Tatverdächtigen. Bei der Wohnungsdurchsuchung konnten zahlreiche Beweismittel, insbesondere Computer, Datenträger sowie geringe Mengen Betäubungsmittel sichergestellt werden. Den Ermittlern von BKA und der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) der Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft, mit Sitz in Gießen, gelang es auch den Server zu lokalisieren und zu beschlagnahmen, über den die Plattform lief.
Untersuchungshaft
Der 30-jährige Beschuldigte aus Karlsruhe wurde am 09. Juni 2017 dem Haftrichter am dortigen Amtsgericht vorgeführt, der einen bereits vom Amtsgericht Gießen erlassenen Haftbefehl verkündete, wegen des Verdachts der Beihilfe zum unerlaubten Handeltreiben mit Waffen und Betäubungsmitteln. Der Beschuldigte befindet sich seitdem in Untersuchungshaft.
Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main und das Bundeskriminalamt bedanken sich bei den Polizeibehörden des Landes Baden-Württemberg sowie der Bundespolizei für die hervorragende Zusammenarbeit.
Quelle: BKA, Pressestelle