
Bis Weihnachten dauert es noch über ein halbes Jahr, aber bei der Freiwilligen Feuerwehr war bereits am Sonntag Bescherung. Am Tag der offenen Tür fand die offizielle Schlüsselübergabe für den neuen Einsatzleitwagen ELW statt. Der 190 PS starke Mercedes Sprinter hört auf den Namen „Florian Eschborn 1/11“ und wird bereits seit Februar im täglichen Dienst getestet.
Bei der Fahrzeugschau vor dem alten Feuerwehrgerätehaus in der Unterortstraße fand die neue mobile Einsatzzentrale hauptsächlich das Interesse von Erwachsenen. Für die zahlreichen Kinder waren die großen Autos, vor allem das riesige Tanklöschfahrzeug die Attraktion.
Für die Eschborner Anforderungen maßkonfektioniert
Klein und in jeder Hinsicht fein ist der neue ELW. An zwei Bildschirmarbeitsplätzen können der Einsatzleiter und ein weiterer Feuerwehrmann alle Lösch- und anderen Hilfeleistungen vor Ort koordinieren. Das Fahrzeug ist bereits komplett mit digitaler Funktechnik ausgestattet, hat aber auch parallel ein analoges Funkgerät, weil im Main-Taunus-Kreis noch beide Systeme Verwendung finden.
Über eine LTE-Mobilfunkstrecke ist jederzeit ein Internetzugriff möglich, was beispielsweise gerade bei Abfragen für Gefahrenstoffe wichtig sei, erklärt Simon Zaß. Der ehrenamtlich engagierte Feuerwehrmann war auch maßgeblich am Beschaffungsprojekt für das Fahrzeug beteiligt, die Planungs- und Bauzeit dauerte rund ein Jahr. Die Software für den PC-basierten Einsatzmanager an Bord haben Kameraden aus Eschborn selbst programmiert.

Florian 1/11 kann autonom operieren, selbst wenn einmal Strom-und Mobilfunknetze ausfallen sollten und auch keine normale Funkverbindung mehr zur Rettungsleitstelle möglich wäre. Zur Ausstattung gehören zwei Satellitentelefone und über den Fahrzeugmotor kann ein Generator das Bordstromnetz versorgen. Auf dem Fahrzeugdach ist eine Wetterstation montiert. Von allen Gebäuden mit aufgeschalteten Brandmeldeanlagen in Eschborn sind die Einsatzunterlagen zusätzlich in Aktenordnern mit an Bord.
Die 108 Aktiven der beiden Eschborner Stadtteil-Feuerwehren hatten im letzten Jahr zusammen insgesamt 374 Einsätze zu bewältigen. Der ELW rückt fast bei jeder Einsatzlage mit aus.
