Defekter Bahnübergang - Titelbild

Defekte Technik sorgt erneut für Gefahrenlage

Der Bahnübergang in der Schwalbacher Straße in Eschborn wurde am Freitag um die Mittagszeit zur Gefahrenstelle, weil die alte Schrankenanlage auf einer Fahrbahn- und Fußwegseite offen blieb, trotz Zugverkehrs. Diese technische Störung trat in den letzten 18 Monaten immer wieder auf, zuletzt am → 25. August. Dieses Mal waren die Ereignisse besonders brisant.

Chronologie der Ereignisse am 26.09.

12:23 Uhr: Eine mitten auf der Strecke zwischen Eschborn Süd und Mitte stehengebliebene S-Bahn erregt Aufmerksamkeit. Minutenlang passiert nichts. Ist jemand verbotenerweise über die Gleise gehuscht und unter den Zug geraten?

12:25 Uhr: Auf Höhe der Unterführung in der Hamburger Straße gelingt ein näherer Blick auf und unter die voll besetzte und stehende Bahn. Es ist nichts Auffälliges zu sehen.

12:28 Uhr: Vom Ende des Zeilsheimer Weges aus, am Abgang zur Sossenheimer Straße, gibt es eine weitere Möglichkeit einen Blick auf die unklare Szenerie aus einem anderen Winkel zu werfen. Nichts.

Dann plötzlich setzt sich die Bahn in Bewegung und fährt im Schritttempo 50 Meter weiter und bleibt wieder stehen.

12:32 Uhr: Es kommt der Verdacht auf, dass etwas am Bahnübergang in der Schwalbacher Straße passiert sein könnte, also Ortswechsel.

Fahrradfahrer an geöffneten Schranken
Fußgänger können einfach auf die Unterführung ausweichen, für Radfahrer ist das unbequem, wegen der Treppen.

12:37 Uhr: Wie eingangs beschrieben, die alte Schrankenanlage hat sich nur zur Hälfte abgesenkt. Fußgänger und Radfahrer warten ungeduldig, gucken links und rechts und huschen dann über die Gleise. Eine S-Bahn in Fahrtrichtung Frankfurt steht in Warteposition am Bahnsteig des Bahnhofs Mitte. Jetzt kommt auch die Bahn aus der anderen Richtung langsam bis zum Bahnübergang rangefahren, bleibt kurz stehen, pfeift und fährt dann weiter zum Bahnhof.

Weil sich die Schranken versetzt nicht absenken, wagt es keines der auf beiden Seiten inzwischen aufgestauten Autos über die Gleise zu fahren. Aber die Kinder, die jetzt Schule aushaben, sind da weniger ängstlich. Inzwischen rollt auch die S-Bahn in Richtung Frankfurt über den nicht geschlossenen Bahnübergang.

12:47 Uhr: Immer mehr Schüler kommen und wollen auf die andere Seite. Merkwürdigerweise ist bislang weder ein Techniker der Bahn vor Ort wie bei den vorherigen gleichartigen Störungen noch sichert jemand die Gefahrenstelle ab. Es bleibt nur ein Anruf bei der Polizei. Scheinbar ist das seitens der Bahn bislang nicht passiert, oder die Meldekette hat aus anderen Gründen nicht funktioniert.

Selbst ist der Reporter. Anruf bei der Polizeistation in Eschborn-Niderhöchstadt. Dort weiß man bislang nichts von den Ereignissen. Nach einer kurzen Lageschilderung verspricht der Beamte sofort eine Streife zu entsenden.

12.52 Uhr: Mit Blaulicht treffen die Mitarbeiter der Landespolizei ein und sichern den Bahnübergang, der Bahnverkehr läuft schon die ganze Zeit weiter.

Techniker der Deutschen Bahn


13:13 Uhr: Endlich trifft ein Techniker der Deutschen Bahn vor Ort ein. Zeit zu gehen, die Situation ist jetzt in den richtigen Händen. Das Pfeifen der S-Bahnen, die kurz vor dem Übergang anhalten, ist noch eine eine Weile im Umfeld zu hören, bis das technische Problem der alten „Bahnübergangsanlage“ – wie es offiziell heißt – geflickt ist, bis zum nächsten Ausfall.

Zuletzt aktualisiert am 29.09.2025 um 20:00 Uhr. In der vorherigen Version hieß es irrtümlich, dass die Stadtpolizei nicht erreichbar gewesen sei. Dies ist falsch. Aufgrund eines Tippfehlers kam die Telefonverbindung nicht zustande. Davon unberührt ist die primäre Zuständigkeit der Bundespolizei und in Amtshilfe die Landespolizei vor Ort.

Bisherige Berichte

Risiko weiterer Vorfälle bleibt vorerst

Mehrere Schäden an der Schrankenanlage repariert