In der ersten Woche nach den Sommerferien förderten die Bauarbeiten neben dem Unterrichtsgebäude der Grundschule Süd-West in Eschborn und dem Kinderhort „Alter Höchster Weg“ zwei Stabbrandbomben zu Tage. Eine weitere britische „INC 4 LB“ aus dem Zweiten Weltkrieg fand ein Spaziergänger zwei Stunden später in den Unterwiesen.
Der Main-Taunus-Kreis hatte für den Erweiterungsbau der Süd-West-Schule beim Regierungspräsidium in Darmstadt angefragt, inwieweit auf dem betreffenden Grundstück der Verdacht auf Kampfmittel bestehe. „Es wurde von uns als Bombenabwurfgebiet eingestuft.“, erklärte Christoph Süß von der Pressestelle des RP auf Nachfrage.
Kampfmittelräumung tagsüber ohne Evakuierung
Wie gesetzlich vorgeschrieben übernahm ein Fachunternehmen die Sondierung, dieses wurde am 14. und am 17. August auf dem Gelände fündig und deckte die jeweils 55 cm langen Bombenkörper mit Erde ab, bis der Kampfmittelräumdienst eintraf. Das Regierungspräsidium hat hierfür die Firma Tauber aus Weiterstadt als Vertragspartner, die die Entschärfung, Abholung und Entsorgung übernimmt.
Rudi Reitz von der Firma Tauber, der in Eschborn vor Ort im Einsatz war, erklärte im Telefongespräch, dass bei diesen entdeckten Stabbrandbomben keine Gefahr im Verzug gewesen sei, eine Evakuierung habe sich deshalb erübrigt. Am Donnerstag gab es bereits zwei Stunden später den nächsten Fund, dieses Mal in der Nähe eines Strommasts im Fasanenweg. Ein Spaziergänger entdeckte dort in den Unterwiesen eine Stabbrandbombe und verständigte die Polizei.
Grundschule an der alten Deponie
Ein ganz eigenes Thema ist die ungeklärte Frage nach möglichen Belastungen des Bodens hinter der Süd-West-Schule und unter der Heinrich-Graf-Sportanlage. Das Areal wurde nach dem Zweiten Weltkrieg als Deponie genutzt, unter anderem von den ehemaligen Farbwerken Höchst. Während der Recherchegespräche zu den Bombenfunden machte ein Bauingenieur auf diesen Punkt aufmerksam.