„Ich hätte auch in die Luft geschossen, wenn ich eine Pistole gehabt hätte.“

In alten Ortskern von Schwalbach zeichnete sich heute bei den befragten Bürgern teilweise Verständnis für die harte Reaktion eines Anwohners ab, der aufgrund einer Ruhestörung am Mittwoch kurz vor Mitternacht mit einer Pistole in Richtung der Verursacher schoss.

Zwei junge Männer sollen mit einem Kampfhund in der Schulstraße weithin hörbaren Lärm verursacht haben, so erzählen es Anlieger heute im Gespräch. Ein Anwohner habe daraufhin das Fenster geöffnet und es sei zu einer heftigen verbalen Auseinandersetzung mit den beiden 24-Jährigen auf der Straße gekommen. Irgendwann holte er eine Waffe und schoss runter auf auf die Straße, aber ohne jemanden zu verletzen, berichtete die Polizei gestern.

Vorboten einer Problemverschiebung?

„Ich hätte auch in die Luft geschossen, wenn ich eine Pistole gehabt hätte.“, sagte eine Bürgerin, die wie alle anderen auch nicht namentlich genannt werden will. Der nächtliche Krach sei eine Verlagerung vom Marktplatz, weil dort die Polizei seit mehreren Wochen Kontrollmaßnahmen durchführe, so heute die Meinung von zwei Anwohnern. Die Polizei sieht allerdings keinen Zusammenhang zu diesen Ereignissen, stand gestern als Hinweis in der Meldung.

Nach der Schussabgabe kam es am Mittwoch unmittelbar es zu einem Polizeieinsatz in der Schulstraße. Etwa 20 Polizeibeamte seien im Einsatz gewesen, darunter auch Spezialkräfte. Die Nachbarn seien noch in der Nacht zu den Vorfällen befragt worden, erzählt ein Bewohner der Schulstraße.

Der 50-jährige Schütze ließ sich widerstandslos festnehmen. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung fand die Polizei weitere Waffen, für die auch keine behördliche Erlaubnis vorliege, so Polizeisprecher Neumann. Der Beschuldigte, dem nun ein Strafverfahren droht, findet zumindest bei einigen Bürgern Verständnis für sein Handeln. Woher die illegalen Waffen stammen will keiner so genau wissen. Die Sicherheitslage in Schwalbach ist für einige scheinbar das größere Problem.