Der Lenz ist mit großer Stimme nach Eschborn gekommen

Zugegeben, man konnte es vorher nicht ahnen, was hinter dem „trio Rosenrot“ und dem Slogan „Alte Lieder – neu gehört“ steckt. Und so war das Publikum im Eschborn K am Freitagabend auch sehr überschaubar. Aber was das Trio aus Berlin aus deutschen Volksliedern musikalisch neu interpretierte, war ein Hörgenuss der besonderen Art.

Gitarre, Schlagzeug und Gesang reichten, um weithin bekannte alte Lieder wie „Weißt Du wieviel Sternlein stehen“ oder „Wenn ich ein Vöglein wär“, in ein akustisches Erlebnis zu verwandeln. Was Hub Hildenbrand aus der Gitarre an Klängen rausholte und wie Denis Stilke mit Stöcken und Fingern das Schlagzeug und zusätzliche Rhythmusinstrumente beherrschte, das ersetzte eine komplette Band.

Die freiberufliche Sängerin Dana Hoffmann hat eine außergewöhnliche Sopranstimme.

Und dann die Stimme von Dana Hoffmann. Die Sopranistin ist im klassischen Konzertgesang und Musiktheater zu Hause. „Alte deutsche Volkslieder geraten in Vergessenheit“, waren ihre Worte zu Beginn des Konzerts und deshalb müsse man sie deshalb in die Welt hinaus tragen. Man konnte förmlich die Leidenschaft von Dana Hoffmann für diese sonst selten gespielten Stücke spüren. Ihr ganzer Körper und ihre Gesten gaben den Werken, die viele noch als Kinderlieder kennen, Kraft und Ausdruck.

Das trio Rosenrot ist mit seinem Programm „Lenz“ zwar weiterhin unterwegs im Land, aber nicht mehr im Rhein-Main-Gebiet. Deshalb ist und bleibt es ein Kulturtipp ab und zu die heimische Couch an Wochenenden zu verlassen und das Angebot des städtischen Kulturamts oder des Eschborn K zu nutzen.