Eschborns größter und wichtigster Bahnübergang in der Schwalbacher Straße wurde zuletzt zwei Mal zur Gefahrenstelle, weil sich nicht alle Schranken im laufenden S-Bahnbetrieb schlossen. Jetzt sind nach Angaben der Deutschen Bahn alle technischen Probleme behoben.
Das alle 15 Minuten wiederkehrende langanhaltende, laute Hupsignal der S-Bahnen war weithin hörbar am sonntäglichen Fernsehabend, am 12. Mai. Es war nach 21 Uhr. Da sich die Schranken nicht absenkten, mussten die Lokführer zunächst vor dem Bahnübergang anhalten, das akustische Warnsignal absetzen und durften dann langsam weiterfahren. So ist das im Regelwerk durch das Eisenbahnbundesamt festgelegt.
Ein Techniker der Deutschen Bahn war an jenem Sonntagabend schnell vor Ort und konnte zunächst das Problem beheben.
Erst am Muttertag, dann am Siebenschläfer
Allerdings sieben Wochen später, ausgerechnet am Siebenschläfer, kam es zur nächsten Gefahrenlage. Dieses Mal gegen 13 Uhr, also kurz vor Schulschluss. Ein Anwohner schien sich auszumalen was gleich passiert, wenn die ganzen Schulkinder, teilweise mit großen Kopfhörern und auf ihr Smartphone konzentriert, bei irrtümlich geöffneten Schranken, über die Bahngleise laufen. Er alarmierte die Eschborner Stadtpolizei, die mit Sondersignal anrückte, um den Bahnübergang im laufenden S-Bahnverkehr zu sichern.
Sehr zügig kamen auch zwei Techniker der Deutschen Bahn, mussten allerdings am Nachmittag nochmals anrücken, bis die technischen Störungen komplett behoben waren.
Gewohnheit als Gefahrenquelle
Theoretisch ist es egal, ob die Schranken unten oder oben sind, das sogenannte „Andreaskreuz“ am Bahnübergang Schwalbacher Straße zeigt an, dass Schienenfahrzeuge Vorrang haben. Das Eisenbahnbundesamt hat zu der Thematik einen Leitfaden herausgegeben, mit dem Titel „Lebenswichtige Tipps für richtige verhalten am Bahnübergang“. Übrigens drohen auch Bußgelder bei falschem Verhalten.
Für Kinder gibt es eigens ein Präventionspaket der Deutschen Bahn, um das richtige Verhalten an Bahnanlagen spielerisch zu erlernen.
Zurück zu den technischen Problemen in Eschborn. Der Fachdienst der Bahn erklärte dazu: „Störungen an der Bahnübergangsanlage BÜ km 4,084 in Eschborn im Mai und Juni können wir bestätigen. Die Ursachen dafür waren ein defektes Bauteil in der Sensorik, verursacht durch einen Kurzschluss in der Oberleitung.“ Zudem habe vermutlich ein Zusammenstoß eines Fahrzeugs mit dem „Schrankenbaums“ zu Schäden an einem Schrankenantrieb geführt.
Weiterhin stellte sich bei umfassenden Kontrollen ein Hydraulikproblem an einem weiteren Schrankenantrieb heraus.
Alle Schäden sind behoben, bislang kam es zu keinem erneuten Ausfall.
Wie eine Sprecherin der Deutschen Bahn erklärte, sei die Erneuerung der Bahnübergangsanlage mittelfristig vorgesehen, einen konkreten Termin dafür gäbe es aber zurzeit noch nicht.