Kontrolldruck zeigt Wirkung

In Eschborn waren Mannschaftsbusse der Bereitschaftspolizei auf Streife bislang ein eher seltener Anblick. Nach dem nächtlichen Brandanschlag auf die Polizeistation in Niederhöchstadt werden nun nochmals verstärkte Kontrollen im östlichen Main-Taunus-Kreis durchgeführt.

In Schwalbach führt die Polizei bereits seit einiger Zeit zusätzliche Maßnahmen durch, als Antwort auf diverse Straftaten Jugendlicher und Heranwachsender im Bereich des Marktplatzes und des Limeszentrums. Die Brennpunkte in Eschborn sind erst seit der abgefackelten Gartenhütte in den Unterwiesen vermehrt in den Fokus der Polizei gerückt.

Eschborner Problemzonen

Die Polizei kann nach den Worten eines Sprechers die Funde von Spritzen im sogenannten „Drückerwäldchen“ neben dem S-Bahnhaltepunkt Eschborn Süd bestätigen.

Bürger und Nutzer der Sozialen Medien hatten bereits mehrmals in Gruppendiskussionen über Beobachtungen unter anderem im hinteren, dunklen Teil des Süd-West-Parks, auf dem Verbindungsweg hinter der Heinrich-Graf-Sportanlage und in den Ober- und Unterwiesen berichtet.

Alles Orte, die Bürger von der täglichen Runde mit dem Hund kennen, die aber nicht direkt an einer befahrbaren Route für Streifenwagenbesetzungen liegen, es sei denn man steigt aus und läuft zu Fuß.

Symbolbild – Free-Photos

Was ist ein Brennpunkt?

Nicht jedes Treffen von jungen Menschen, selbst wenn hochprozentiger Alkohol getrunken und die eine oder andere Tüte geraucht wird, macht gleich den Einsatz der Landespolizei erforderlich. Aber es gibt auch die Augenzeugenberichte vom Kleinhandel mit Drogen und den Konsum härterer Drogen, was Funde in den Gebüschen belegen. Kondome in den Unterwiesen und ebenfalls Augenzeugen sprechen von der schnellen Nummer, um sich den Stoff zu verdienen.

Aber das betrifft wie gesagt nur einen Teil der Personen, die sich dort manchmal aufhalten.

Kommunale Sicherheitsmaßnahmen

Die Ordnungsämter in Eschborn und Schwalbach nehmen sich mehreren Jahren mit eigenen Kräften den Problemen mit Heranwachsenden in den späten Abendstunden an. In Eschborn gibt es dafür die Stadtpolizei und beim kleineren Nachbarn nennt sich die Truppe Ordnungspolizei. In beiden Kommunen reichen aber Kräfteansatz, Ausbildung und Befugnisse nicht aus, um wirklichen Kontrolldruck aufzubauen.

Frankfurt hat beispielsweise eine Stadtpolizei, die auch in der Lage ist mit eigenen Kräften Kontrollen in Problembereichen durchzuführen. Die Mitarbeiter sind entsprechend ausgebildet, bewaffnet und haben regelmäßig Dienstsport, einschließlich Selbstverteidigung.

Großes Einsatzgebiet im Ostkreis

In Schwalbach haben die Verhältnisse seit mehreren Wochen die Bereitschaftspolizei zur Unterstützung der Polizeistation in Niederhöchstadt auf den Plan gerufen, die den ganzen östlichen Main-Taunus-Kreis betreut, wozu neben Eschborn und Schwalbach auch Sulzbach und Bad Soden mit seinen weiter abgelegenen Stadtteilen zählen.

In den nächsten Wochen werden die verstärkten Kontrollen weiter fortgesetzt, sagt Polizeisprecher Johannes Neumann. Umso früher sich beispielsweise die Problemzone rund um den Schwalbacher Marktplatz befrieden lässt, desto eher kann der Freiwillige Polizeidienst zum Zug kommen, der Teil des Sicherheitspakets ist, dass die Schwalbacher Rathausspitze und die Polizei zusammen geplant haben.

Zurzeit sei das Verhalten der Jugendlichen und Heranwachsenden auf dem Marktplatz extrem respektlos und aggressiv gegenüber den Einsatzkräften, erklärt Polizeioberkommissar Neumann, an einen Einsatz des Freiwilligen Polizeidienstes sei deshalb noch nicht zu denken.

Wie viele Verbindungen gibt es zwischen den Problemgruppen?

Ob der aufgeflogene Drogenhandel in der Limesstadt mit dem Kleinhandel in den Unterwiesen oder dem Süd-West-Park irgendwie zusammenhängt müssen die Ermittlungen zeigen.

Eschborn braucht mehr Fußstreifen

In Eschborn scheiterte der Einsatz von Bürgern im Freiwilligen Polizeidienst bislang nicht an der Gewalttätigkeit von angetroffenen Personen, sondern an Freiwilligen. Gerade Bereiche wie der Bachweg in den Unterwiesen, oder die Zone im hinteren Süd-West-Park , oder der Teil der Oberwiesen in Richtung Abenteuerspielplatz, sind klassische Zonen für Fußstreifen.

Die dunkle Jahreszeit kommt bestimmt

Wenn jetzt häufiger Mannschaftsbusse der Bereitschaftspolizei in Eschborn unterwegs sind, dann ist das ein Zeichen für mehr Kontrolldruck. Ob der Druck der Ereignisse bereits ausreicht, um die Kommunalpolitik in Eschborn zu bewegen weitere Planstellen für die Stadtpolizei zu schaffen, ist eher fraglich.

In den letzten Jahren sind alle Diskussionen zu dem Thema unsachlich gescheitert. Deshalb ist auch nicht jede Nacht eine Streife der Stadtpolizei in Eschborn und Niederhöchstadt unterwegs. Von Doppelstreifen in bestimmten Lagen ganz zu schweigen. Und wenn es mal wieder zu Einsätzen in Bad Soden kommt, die die Polizeikräfte aus Niederhöchstadt länger binden, ist Eschborn an manchen Abenden phasenweise „polizeifrei“.

Ein Kommentar

  1. Weitere Details zu den Problemzonen in Eschborn und Beobachtungen stehen im neuen Local Intelligence Report.

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