Erweiterung der Notarztversorgung im Main-Taunus-Kreis

Dr. Peter Frank ist Notarzt aus Passion
Dr. Peter Frank ist Notarzt aus Passion

Main-Taunus/Bad Soden. Seit dem 1. August stehen im Main-Taunus-Kreis zwei Notarzteinsatzfahrzeuge rund um die Uhr und ein weiteres im Tagesdienst zur Verfügung. Die Aufstockung der Kapazitäten um insgesamt ein Fahrzeug wurde notwendig, da durch die Anforderungen von Notärzten aus benachbarten Kreisen die Hilfeleistungsfrist von 10 min nicht immer eingehalten werden kann. Laut der Statistik des MTK gab es im vergangenen Jahr insgesamt 5.813 Notarzteinsätze.

In Bad Soden und in Hofheim sind die Notarzteinsatzfahrzeuge (NEF) des Kreises stationiert. Zwei Organisationen stellen die Besetzung sicher, der Verein Notarztdienst und die Notarztgemeinschaft Bad Soden (NAG).

Da die Krankenkassen die Kosten für die Einsätze tragen, waren für die Kapazitätserweiterung Verhandlungen notwendig. Der Erste Kreisbeigeordnete und zuständige Dezernent für das Rettungswesen, Hans-Jürgen Hielscher (FDP), hatte aufgrund der Einsatzstatistik bereits Anfang des Jahres das Gespräch mit den Kassen gesucht und konnte jetzt eine zunächst auf ein Jahr befristete Regelung vereinbaren.

Notarztgemeinschaft Bad Soden

20090803_02_02Eine der beiden Trägerorganisationen für den NEF-Dienst ist die 1993 gegründete Notarztgemeinschaft Bad Soden (NAG). Dr. Peter Frank berichtet, dass damals immer häufiger die eigentlich für koordinierende Maßnahmen bei Großeinsätzen zuständigen „Leitenden Notärzte“ durch die Rettungsleitstelle angefordert wurden, weil die vorhandenen Kapazitäten nicht mehr reichten. Dieser ärztliche Hintergrunddienst brauchte aber aufgrund der anderen Aufgabenstellung eine angepasste rechtliche und vertragliche Regelung. Hieraus entstand eine gemeinnützige GmbH, die seit dem ein wichtiger Teil des Rettungsdienstes im MTK ist.

Für den östlichen Main-Taunus-Kreis stellt der Verein Notarztdienst unter der Woche ein NEF mit Arzt und Rettungsassistent bereit und am Wochenende und an Feiertagen übernimmt die NAG diese Aufgaben mit eigenem Personal und eigenen Fahrzeugen. Die Notarzteinsatzfahrzeuge sind besser ausgestattet, als es die entsprechende Norm vorschreibt, erklärt Dr. Frank. Beispielsweise ist ein anderes Beatmungsgerät an Board und das EKG verfügt über spezielle Techniken der Blutdruckmessung. Hinzu kommt ein erweiterter Satz an Medikamenten.

Zwischen den Einsätzen erledigt Rettungsassistentin Jennifer Braun adminstrative Aufgaben.
Zwischen den Einsätzen erledigt Rettungsassistentin Jennifer Braun adminstrative Aufgaben.

Die kleine Rettungswache der NAG in Bad Soden befindet sich in der Nähe des Bahnhofs. Dort können alle administrativen Aufgaben erledigt werden und es gibt einen Aufenthaltsraum und eine Teeküche für die Zeit zwischen den Einsätzen. Rettungsassistentin Jennifer Braun ist Medizinstudentin und arbeitet an den Wochenenden bei der NAG mit. Auf die Frage welche Fachrichtung sie später als Ärztin einschlagen will kam die spontane Antwort: „Notfallfallmedizin“.

Notarzt aus Passion ist auch Dr. Peter Frank, der sich seit vielen Jahren für Verbesserungen im Rettungswesen engagiert. Über die nun gefundene Einigung der Kapazitätserweiterung im MTK sagt er zufrieden: „Mein Wunsch war, dass wir im Kreis ein Niveau erreichen, auf dem die Bevölkerung sich sicher sein kann ausreichend versorgt zu sein und die Notärzte nicht mit schlechtem Gewissen leben müssen, den Anforderungen nicht gerecht zu werden.“

(veröffentlicht im Eschborner Stadtmagazin am 03.08.2009)