Nun hat sich der Dunst um die Messdosen in der Hauptstraße gelüftet. Hier die ganze Geschichte.
Eine Privatperson hatte sich an das Hessische Umweltministerium gewandt und über die schlechte Luft in Eschborn beschwert. Das Dezernat II 7 (Genehmigung und Überwachung im Immissionsschutz, gebietsbezogene Luftreinhaltung) stellte daraufhin eine Modellrechnung an, wie die Leiterin Dr. Marita Mang im Gespräch erklärt.
Die Experten im Ministerium kamen zu dem Ergebnis, dass eine Gefahr der Grenzwertüberschreitung für die Stickstoffdioxidbelastung in Eschborn besteht.
Im nächsten Schritt erging ein Auftrag zur Messung vom Ministerium an das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umweltschutz und Geologie (HLNUG). Die Mitarbeiter montierten Anfang Mai diesen Jahres zwei Halterungen für Passivsammler in der Hauptstraße, eine an einem Verkehrsschild vor der Hausnummer 31 und eine weitere an einer Straßenlaterne vor der Hausnummer 59.

Alle vier Wochen werden die Passivsammler gewechselt erklärt Stefan Jacobi, der im HLNUG für die Luftmessungen verantwortlich ist. Die gesamte Messung sei auf die Dauer von einem Jahr angelegt. Die Auswertung liege am Ende beim Umweltministerium.
Dezernatsleiterin Mang kann noch nichts zu einem Zwischenergebnis sagen, da der Jahresmittelmittelwert für eine mögliche Grenzwertüberschreitung relevant sei. Wetter- und jahreszeitbedingt käme es zu Schwankungen.
Nun ist die Messung an der Station „Esch 2“ vor der Hausnummer 59 vor rund einer Woche durch den Bauhof der Stadt Eschborn beendet worden. Dort wo bislang Messbecher hingen strahlt jetzt die Weihnachtsbeleuchtung. Im Rathaus wusste niemand von den Messungen, auch eine Recherche zum Betreiber sei ohne Ergebnis verlaufen, hieß es aus der Pressestelle.
Dicke Luft
Jetzt werden sich das Landesamt und die Eschborner Stadtverwaltung irgendwie einigen müssen, um das weitere Vorgehen abzustimmen, ob die Jahresmessung noch zu retten ist. Vor der Hausnummer 31 hängt weiterhin ein Messbecher.
Viel Gewerbesteuer, viel Verkehr, viel Stickstoffdioxid
Was aber passiert, wenn die Stickoxidbelastung in Eschborn wie in der Modellrechnung tatsächlich über den zulässigen Grenzwerten liegt? Das dürfte für dicke Luft in der Stadtpolitik sorgen, wenn es um die richtigen Maßnahmen zur Reduktion geht.