Den Kindergeburtstag „weggebasst“

Demonstranten vor dem Bürgerzentrum in Niederhöchstadt

Die Zahl der Teilnehmer für die Demo gegen "Hass und Rassismus", blieb deutlich hinter der vollmundigen Darstellung in Diskussionsbeiträgen auf Social Media zurück.

Die akustische Störaktion am Samstagnachmittag im Eschborner Skulpturenpark sollte eigentlich einer Wahlkampfveranstaltung der AfD gelten, verhagelte dann aber als Kollateralschaden eine Geburtstagsfeier für kleine Kinder. Das spätsommerliche Wetter lockte viele Spaziergänger und Familien mit kleinen Kindern in das Kunst- und Freizeitgelände im Stadtteil Niederhöchstadt, die nichts mit politischen Scharmützeln im Sinn hatten.

Neben dem Sportfeld hatten Mütter eine lange Tafeln mit Kuchen und Muffins aufgebaut und bunt dekoriert, es sollte Kindergeburtstag gefeiert werden. Das benachbarte Bürgerzentrum war bereits mit Sperrgittern abgegrenzt und die Polizei sicherte den Zugang für die Wahlveranstaltung, weil Störaktionen angekündigt waren.

Um 14 Uhr trafen sich rund 70 Demonstranten am Niederhöchstädter Bahnhof, sie wollten zum Skulpturenpark marschieren und die „AfD wegbassen“. Das angekündigte breite gesellschaftliche Bündnis war letztendlich sehr übersichtlich, Fahnen der Linken, der Jusos, der Grünen und der Antifa wehten im Wind.

An lokaler Prominenz war zunächst nur die zukünftige Erste Stadträtin der Grünen, Bärbel Grade, zu entdecken, und einzelne aktive und ehemalige Mandatsträger aus Stadt und Kreis der SPD, der Grünen und der Linken. Später im Skulpturenpark gesellte sich noch die Bundestagskandidatin der SPD, Ilja-Kristin Seewald, dazu.

Zur AfD-Veranstaltung im Bürgerzentrum kamen deutlich unter 100 Besucher.

Als der Umzugswagen der Demonstranten mit lauter Musik im Skulpturenpark eintraf, war das zunächst ein spannende Entdeckung für die kleinen Kinder der Geburtstagsfeier, wofür sie kurzzeitig gerne den Kakao abstellten, um nachzugucken was da anrollt. Auf Dauer störte die Beschallung mit lauter Musik und teilweise linksextremen Texten allerdings, so dass die Eltern abbauten und mit den Kindern den Ort des Geschehens wechselten.

Um 15:10 Uhr verließ auch ich den Skulpturenpark und drehte mit dem Rad noch eine Runde durch die benachbarten Wohnsiedlungen, überall war die laute Musik zu hören. Texte wie „niemand muss Bulle sein“ dürften nicht zum angenehmen Nachmittagskaffee in den Gärten beigetragen haben.

Auf dem Montgeronplatz hingen Wahlplakte vieler Parteien, die Überklebung beim Direktkandidaten der CDU, Norbert Altenkamp, dürfte nicht auf die Demonstranten an diesem Tag gemünzt gewesen sein, aber ließ den Betrachter im Kontext schmunzeln: „Linksrutsch verhindern!“