Verstärkte Streifentätigkeit ist unumgänglich

Stadtpolizei auf Streife in der verlängrten Unterorstraße
Stadtpolizei im Einsatz am Freitagabend auf Höhe des Grillplatzes in der Unterortstraße, dort wo zwei der bislang drei sexuellen Übergriffe stattfanden.

Das Thermometer auf dem Eschborner Rathausplatz zeigt nur noch zwei Grad an, als der Reportereinsatz am Freitagabend zu Ende geht. In den Unterwiesen war auf dem Fahrrad bereits die gefühlte Frostgrenze erreicht. Auch die beiden Stadtpolizisten fahren mit ihrem Geländewagen zurück ins Warme, für sie ist um 21:30 Uhr Feierabend und Wochenende.

Die Präsenz der Stadtpolizei kommt bei den vereinzelten Bürgern gut an, die am Freitagabend auf der beleuchteten Unterortstraße zwischen S-Bahnstation und Stadtgebiet unterwegs sind, es wird freundlich gegrüßt. Für die restliche Nacht liegt jetzt der Ball im Spielfeld der Landespolizei. Vorfälle sind für den heutigen Abend bislang nicht zu verzeichnen, am Tag zuvor war das anders.

Verlängerte Unterorstraße bei Nacht

Die verlängerte Unterortstraße ist zwar einigermaßen hell beleuchtet, aber der Weg bis zum S-Bahnhof kann verdammt lang sein, wenn man das Gefühl hat von einem Unbekannten mit unklaren Absichten fokussiert zu sein.

Donnerstag

Die personell verstärkte Reportertätigkeit am Donnerstagabend von 19:30 Uhr bis 22:30 Uhr erwies sich aus Gründen der Eigensicherung als sinnvoll, weil weit und breit keine Polizeikräfte zu sehen waren. Das Einsatzgeschehen im restlichen Main-Taunus-Kreis erlaubte keine Bestreifung der Unterwiesen in diesem Zeitraum, wie heute ein Polizeisprecher auf Nachfrage erklärte. Auch die Stadtpolizei konnte aufgrund der weiteren Aufgaben nach 19:30 Uhr keine Rund mehr drehen.

Zwar tauchten keine Personen auf, die im Verdacht standen gegenüber Frauen sexuell übergriffig zu werden, aber auf dem Bachweg roch es im Umfeld von zwei Männern, die dort im Dunklen warteten, deutlich nach Marihuana. Sie gehörten weder vom Alter noch vom Auftreten zu den sonst bekannten jungen Gesichtern, die bei milden Temperaturen dort gerne chillen.

Der Verdacht des kleinen Drogenhandels ist nicht neu für die Unterwiesen. Bei Reportereinsätzen gab es dazu mehrere Feststellungen in den vergangenen Jahren.

Freitag

Heute Abend tummelte sich im Berichtszeitraum niemand auf dem Bachweg, die Stadtpolizisten kontrollierten ihn per Fußstreife. Das ist ein sehr wichtiges Signal, dass jetzt kein Bereich mehr unbestreift bleibt, auch dort wo Dienstfahrzeuge nicht hinkommen. Allerdings ist aktuell nur ein Drittel der Stadtpolizisten für solche riskanteren Einsätze am späten Abend verfügbar.

In einem der Gartengrundstücke in der Unterortstraße trafen sich heute Abend genau wie gestern mehrere Personen, erstaunlicherweise parkte der weiße SUV erstmals wieder dort, den die junge Frau am Sonntagabend gesehen hatte, als sie nach dem sexuellen Übergriff in Richtung S-Bahnstation lief. Der Fahrer und zwei Frauen, mit denen er sich unterhielt, könnten wichtige Zeugen sein. Hoffentlich haben die Kräfte der Landespolizei bei ihren Streifenfahrten den Zusammenhang erkannt und reagiert.

Weniger die Nachrichten zur Sicherheitslage in Eschborn, sondern vor allem die geschlossene Gastronomie in Frankfurt dürfte ein Grund dafür sein, dass für einen Freitagabend nur sehr wenige junge Menschen unterwegs sind. Ein längerer Aufenthalt draußen geht nur in geschützten Bereichen, ansonsten ist es einfach zu kalt.

Aber umso weniger Leute auf der verlängerten Unterortstraße und auf der Elisabethenstraße über die Helfmann-Brücke unterwegs sind, desto gefährlicher wird die Nutzung der S-Bahnhaltestelle Eschborn Süd für diejenigen, die zum Dienst müssen oder heimkommen.

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