Wenn Probleme und Einsamkeit auf die Seele drücken

Einsame junge Frau mit Maske
Die aktuelle Corona-Pandemie verschärft für viele Menschen in diesem Jahr die dunkle Jahreszeit obendrein. Foto: Engin Akyurt auf Pixabay

„Wegen eines Personenschadens…“, diese Bahnansage markiert oft ein trauriges Ende. Jemand wusste nicht mehr weiter und hat für sein Leben einen Schlussstrich gezogen. Beim Diakonischen Werk in Schwalbach gibt es verschiedene psychosoziale Hilfsangebote, die aber selbst unter den Corona-Beschränkungen leiden.

Über Suizid berichten die Medien nur in besonderen Ausnahmesituationen. Nach dem vergangenen Wochenende fragte eine von Einsamkeit betroffene Person, ob es einen Artikel zum traurigen Ereignis in Eschborn gäbe. Das war ein guter Anlass nachzuhaken, welche Möglichkeiten Menschen im östlichen Main-Taunus-Kreis haben, die nicht mehr weiter wissen.

Der Kampf gegen das Alleinsein

Ein gerne genutztes Angebot ist die Tagesstätte im Psychosozialen Zentrum am Schwalbacher Ostring. Normalerweise bietet die Diakonie hier von Montag bis Freitag ein buntes Gruppenprogramm für Menschen mit psychischen Problemen an

Momentan gäbe es nur zwei Termine pro Woche, berichtet eine betroffene Person. Da jetzt im zweiten Lockdown obendrein Cafés geschlossen und kulturelle Angebote nicht erlaubt sind, blieben auch keine Ausweichmöglichkeiten sich einfach unter Menschen zu mischen.

Susanne Henrich vom Leitungsteam der Diakonie bestätigte, dass es momentan aufgrund der Pandemie Einschränkungen in der räumlichen Situation gibt, aber mit einem Schichtbetrieb gegengesteuert wird. In dringenden Fällen seien auch eine telefonische Kontaktaufnahme und eine aufsuchende Einzelbetreuung zu Hause möglich.

Im Notfall: Telefonseelsorge

Aber trotz aller organisatorischen Maßnahmen kann das Diakonische Werk keine Rund-um-die-Uhr Erreichbarkeit an sieben Tagen pro Wochen anbieten, das ist auch nicht das Ziel. In dringenden Fällen gibt es die bundesweite → Telefonseelsorge.

0800 – 1110111 oder 0800 – 1110222

Auch die Pfarrämter vor Ort seien seelsorgerliche Ansprechpartner in Notlagen, sagte Karsten Böhm. Er ist Pfarrer in der Ev. Andreasgemeinde in Eschborn-Niederhöchstadt. Seine Gemeinde ist in der komfortablen Lage neben hauptamtlichen Mitarbeitern sehr viele ehrenamtlich Engagierte zu haben, auch im Seelsorgebereich.

Am vergangenen Samstagmorgen hat ein Mensch leider keine dieser Möglichkeit genutzt, um nicht mit seinen Sorgen und Problemen alleine sein zu müssen.

Jetzt schon den Kontakt suchen

Die Advents- und Weihnachtszeit steht vor der Tür, dieses Jahr wird es besonders hart für einsame Menschen, weil die Corona-Beschränkungen wenig Spielraum für ein Miteinander außerhalb der eigenen Familie lassen.

Es gibt aber keinen Grund zu zögern und sich die Angebote auf der → Website des Diakonischen Werks anzugucken und dort anzurufen, um einen Gesprächstermin zu vereinbaren.

Auch die Kirchengemeinden im östlichen Main-Taunus-Kreis haben einen Internetauftritt mit Kontaktmöglichkeiten und Informationen zum aktuellen Gemeindeleben.

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