Problemzone Unterwiesen – Rückblick und Überblick

Die Unterwiesen bei Dunkelheit.
Blick aus Richtung Fasanenweg in die Unterwiesen am 17.11.2020 um 19 Uhr.

Mit mehreren Notrufen in der Zentralen Leitstelle in Hofheim beginnt dieser Rückblick am 17. Juli 2017, um 21:38 Uhr . Es ist nicht der Anfang für kriminelle Aktivitäten im sogenannten „Freizeitpark Unterwiesen“, aber mit der abgefackelten Gartenhütte rückte das Areal an Eschborns südlicher Gemarkungsgrenze in den intensiven lokaljournalistischen Blick. Eine erweiterte Tatortbegehung am nächsten Tag offenbarte eine aktive Drogenszene.

Der Polizeisprecher lächelt zunächst freundlich am Telefon, bei der Nachfrage zu den Betäubungsmitteldelikten in den Unterwiesen. Die Fotos aus dem Tatortumfeld der Brandstelle überzeugen schnell, die Polizei rückte mit Drogenspürhunden an.

In den folgenden Wochen und Monaten finden sich immer wieder Spritzen und andere Hinterlassenschaften vom Drogenkonsum, der Grillplatz bereitet nach diversen Partys ganzer Familienclans den Bauhofmitarbeitern montags viel Arbeit mit dem Aufräumen des Unrats.

Nach Feuerwehrangaben waren insgesamt 66 Einsatzkräfte der Wehren, des Rettungsdienstes und der Polizei beteiligt.

Feuer- und Rauchsäule im Nachthimmel

Den nächsten negativen Meilenstein markiert erneut ein großer Feuerwehreinsatz: Am späten Sonntagabend des 21. Januar 2018 steht die Lagerhalle der ehemaligen Baumschule im Fasanenweg im Vollbrand. Da das Löschwasser aus den Leitungen vor Ort nicht ausreicht muss die L 3005 gesperrt werden, damit die Feuerwehr Schlauchstrecken aus dem Helfmann-Park verlegen kann. Wieder ist es Brandstiftung, wie die nachfolgenden Ermittlungen der Kriminalpolizei ergeben werden.

Am Montagabend um 20:58 Uhr war niemand mehr an der Feuerstelle anzutreffen.

Beliebter Treffpunkt

Offene Lagerfeuer und Shisha-Abende von Jugendlichen im Fasanenweg und am Bachweg sind kleinere Probleme im Jahreslauf, allerdings stellen sie in den heißen, trockenen Sommern ein erhebliches Brandrisiko dar.

Wieder Feuer

Am 31. August 2019, es sind die ersten Morgenstunden des Samstags, muss die Feuerwehr erneut in die Unterwiesen ausrücken. Unbekannte haben mit Brandbeschleunigern zwei Sitzbänke auf dem Grillplatz abgefackelt.

Archivbild

Und nun springen wir mit der Geschichte direkt zum 5. September 2020 und blenden den Betäubungsmittelkonsum „zum Eigenbedarf“ und den Kleinhandel aus. Ein bedeutender Handlungsort ist der Bachweg in den Unterwiesen. Er gehört zu den Orten in Eschborn, die sich nur mit Fuß- oder Fahrradstreifen komplett kontrollieren lassen. Von Geländewagen abgesehen, wenn Felder keine Rolle spielen.

Der Alptraum für jede Frau

Drei sexuelle Übergriffe auf Frauen von drei verschiedenen Tätern, das gab es in dieser geballten Form in Eschborn bislang noch nie. Hinzu addiert werden müssen vier weitere Sichtungen von Täter Nr. 2, die zum Glück nicht in einen Körperkontakt für die beobachtenden Frauen mündeten.

Drei Daten, drei Mal Alptraum: 5. September, 25. September und 15. November 2020.

Observationsbox im Fasanenweg

Die Observationsbox der Polizei im Fasanenweg ist weithin sichtbar, dies sei Absicht heißt es.

Jetzt wird seitens der Polizei schweres Geschütz aufgefahren, um die Unterwiesen wieder sicher zu machen. Die Ermittlungen nach den drei Tätern laufen auf Hochtouren. Allerdings gibt es bislang keinen runden Tisch, um Beobachtungen und Erkenntnisse von allen Seiten zusammen zu führen.

Unfälle mit tödlichem Ausgang und Suizide stehen nicht in dieser Übersicht zu den Unterwiesen, ebenso Umweltdelikte, die an anderer Stelle im Stadtgebiet ihren Anfang nahmen.

Das könnte dich auch interessieren …