Dogmatisch-kommunistisch und virologisch unvernünftig

Stadthalle Eschborn Frontalansicht

Eigentlich ist die Eschborner Stadthalle zurzeit ein verwaister Ort, da alle kulturellen Veranstaltungen abgesagt sind. Am politisch linken Rand gibt es aber andere Prioritäten.

Während derzeit im ganzen Land Parteitage und Veranstaltungen aufgrund der „Corona-Krise“ abgesagt werden, zelebrierte die SDAJ am vergangenen Wochenende ihren 24. Bundeskongress in der Eschborner Stadthalle, mit angereisten Delegierten quer durch die Republik.

In ihrer Ausgabe vom 18.03.2020 veröffentlichte die Zeitung „Junge Welt“ ein Interview mit der SDAJ-Bundesvorsitzenden Lena Kreymann zur Veranstaltung in Eschborn. Auf die Frage, unter welchen Umständen getagt wurde, antwortete die Vorsitzende: „Auch wir mussten uns umstellen, einige Änderungen vornehmen, so zum Beispiel die Anzahl der Delegierten auf die Hälfte reduzieren und strenge Hygieneregeln einhalten.“

Dies habe letztlich alles sehr gut funktioniert, sagte Lena Kreymann. „Wichtig war uns, als Organisation handlungsfähig zu sein und zu bleiben, unsere politische Arbeit für die kommenden zwei Jahre zu konzeptionieren.“

Anmeldung bei der Stadtverwaltung

Im Rathaus habe die SDAJ eine Veranstaltung mit 90 Personen angemeldet, erklärte die städtische Pressesprecherin Beate Brendel auf Nachfrage. „Wir haben dem Veranstalter gegenüber mehrfach die Empfehlung ausgesprochen, das Treffen abzusagen.“

Da zu diesem Zeitpunkt habe noch keine noch kein Verbot vom Land Hessen für Veranstaltungen von unter 1000 Teilnehmern vorgelegen. „Wir haben den Veranstalter angewiesen, eine Namensliste mit Adressen und Kontaktdaten von allen Teilnehmern anzulegen.“, so Beate Brendel weiter.

Im Blick der Verfassungsschutzämter

Diese Liste dürfte auch für den Verfassungsschutz interessant sein, sofern sie richtig und komplett ist. Im Hessischen Verfassungsschutzbericht 2018 ist die Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend, kurz „SDAJ“ als linksextremistisches „Beobachtungsobjekt“ gelistet und wie folgt beschrieben:

„Die dogmatisch-kommunistische Jugendorganisation ist formal unabhängig, jedoch eng mit der DKP verbunden und fungiert als Jugendorganisation der Partei. Die SDAJ versuchte ihre Ziele vor allem durch die Zusammenarbeit mit nichtextremistischen Organisationen zu verwirklichen.“

Die Jugendorganisation wurde 1968 in Eschborn gegründet. Zur örtlichen Wählergemeinschaft „Die Linke“ bestehen persönliche Verbindungen.

Kopfschütteln

Bei vielen Bürgern dürfte der nicht abgesagte Bundeskongress Unverständnis auslösen, fallen doch selbst kleine Vereinstreffen und Veranstaltungen aus, um eine weitere Ausbreitung des Coronaviruses einzudämmen. Ob das sture Verhalten der SDAJ geeignet war neue Anhänger in ihrer vorrangigen Zielgruppe bei Schülern und Auszubildenen zu mobilisieren, bleibt offen.

 

Letzter Bericht: 26.03.2018 → Unauffällige Zusammenkunft im kapitalistischen Eschborn


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