Illegale Deponie mit markanten Spuren

Strahler in Detailansicht

Wo überall in der Region wurden in den letzten Wochen Gebäude mit genau solchen Strahlern abgerissen?

Mehrere Spaziergänger mit und ohne Hund wundern sich seit zwei Wochen über die Berge mit Bauschutt hinter den Bäumen und Büschen der Heinrich-Hopf Straße in Frankfurt Sossenheim. Für die alarmierte Stadtpolizei war der Fall sofort klar, sie hat das Umweltdezernat K 61 aus dem Polizeipräsidium eingeschaltet.

Bauschutt

Einer der Schuttberge mit der auffälligen Lampe.

Rund 200 Tonnen gemischten Bauschutt entsorgten die Täter verbotener Weise hinter dem Gewerbegebiet im Grünen. Bei einem Blick in die umliegenden Büsche tauchten Baumaschinen, Baumaterial und Gasflaschen auf, die teilweise bereits vom Gestrüpp umwuchert sind. Dieser Zufallsfund ist aber ein ganz eigener Fall.

Baumaterial im Gestrüpp

Blick in die Gebüsche im Tatort-Umfeld. Ein Landschaftsbauunternehmen grenzt mit seinem Gelände an.

Verdächtige Baustelle in Eschborn

Aufgrund von Hinweisen von Bürgern ermitteln die Kriminalisten unter anderm in Eschborn, dort wurde im Tatzeitraum ein Gebäude in der Hauptstraße abgerissen. Der weiße Putz an den Steinen, die roten Fließen, die weißen Kacheln, die gesamte Mischung des Bauschutts sind einem Gassigänger am Sonntag sehr bekannt vorgekommen, so dass er einen lokalen Reporter verständigte.

Und tatsächlich es gibt viele Ähnlichkeiten zwischen den entsorgten Gebäuderesten und dem ehemaligen Restaurant aus Eschborn. Besondern markant ist ein weißer Strahler auf einem der Schutthaufen, vom gleichen Modell hängen noch drei Lampen an den verbliebenen Außenwänden an der Abriss-Baustelle.

Auf Nachfrage erklärte der Bauherr, dass er ein anerkanntes Fachunternehmen aus Raunheim mit dem Abriss beauftragt habe. Es sei auch Asbest zu entsorgen gewesen. Er geht von der korrekten und legalen Entsorgung des Bauschutts durch die Firma aus.

Wird die „heimliche Deponie“ weitergenutzt?

Die Ermittlungen der Kriminalpolizei laufen noch und so bleibt abzuwarten, was die Analysen des Bauschutts mit dem Vergleich der Reste in Eschborn ergeben. Ebenfalls unklar ist nach Auskunft der ermittelnden Beamten, ob als Delikt nicht nur der „Unerlaubte Umgang mit Abfällen“ nach § 326 Strafgesetzbuch in Betracht kommt, sondern ob aufgrund der entsorgten Menge sogar § 327 StGB greift, weil hier quasi eine unerlaubte Abfallentsorgungsanlage betrieben wird.


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