Integration

Wenn der Schuh drückt

Tanzgruppe "Sevdah" aus Bosnien-Herzegowina

Die Tanzgruppe "Sevdah" aus Bosnien-Herzegowina trat mehrmals auf und hatte ihre eigenen Fans dabei.

Hochsommerliche Temperaturen mit Spitzenwerten von bis zu 35 Grad in der Sonne und ein multikulturelles Musikprogramm bildeten den Rahmen für das Fest des Ausländerbeirats der Stadt Eschborn, am Samstagnachmittag auf dem Rathausplatz. Bürgermeister Mathias Geiger präsentierte eine Art Selbstkritik in seiner Begrüßungsrede.

Der Rathauschef erklärte zunächst den juristischen Rahmen. Demnach gäbe es in Hessen die gesetzlichen Grundlagen für Ausländerbeiräte seit 1992, in Gemeinden über 1000 Einwohnern.

Eine lateinische Redewendung hatte Geiger dieses Mal nicht parat, aber vollmundiges Lob: „Sie sind sehr, sehr aktiv.“Der Ausländerbeirat sei in allen Ausschuss- und Stadtverordnetensitzungen vertreten, aber dann: „Wir treffen uns zu wenig. Sie müssen uns auch sagen, wo der Schuh drückt.“

Erst im persönlichen Reportergespräch mit Manuela Majic-Bosnjak, der Vorsitzenden des Ausländerbeirats, ließ sich genauer ergründen, welches Problem der Bürgermeister und anschließend der Stadtverordnetenvorsteher auf der Bühne mehr oder weniger offen ansprachen. Es  geht um die Differenzierung zwischen Flüchtlingen und Migranten bei der Sprachförderung.

Bislang gab es nur Kurse für Geflüchtete, nicht aber für diejenigen, die zum Beispiel aus beruflichen Gründen aus anderen Ländern nach Eschborn gekommen sind. „Es müsste auf jeden Fall mehr für Migranten getan werden“, sagte Manuela Majic-Bosnjak.

Dem Ersten Stadtrat Thomas Ebert sei es zu verdanken, so die Vorsitzende, dass ein „BAMF-Zuschuss“ genehmigt worden sei, damit es Deutschunterricht für alle in Eschborn geben kann. Die ersten Abendkurse haben bereits angefangen.

Das Fest des Ausländerbeirats konnte dank der finanziellen Unterstützung der Stadt Eschborn bereits zum zweiten Mal stattfinden. Bis um 20:40 Uhr standen Musik- und Tanzgruppen auf dem Programm. Für die Bespaßung der Kinder sorgte der Abenteuerspielplatz Riederwald.

Die Besucherzahl an Samstagnachmittag war eher übersichtlich, was an der knalligen Sonne und den Temperaturen gelegen haben kann. Wenn Bürgermeister Geiger und andere politische Mandatsträger zukünftig mehr Zeit in Gespräche mit dem Ausländerbeirat investieren, dürfte der Schuh bald weniger drücken.

Mehr Informationen zum → Ausländerbeirat und seinen Aufgaben


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