Autohaus in Kronberg

Autonome bekennen sich zu massiver Sachbeschädigung

Tatort- Autohaus in Kronberg-Süd

Der Tatort wirkt am Dienstagvormittag bereits wieder sehr aufgeräumt.

In der Nacht auf Montag ließen ca. 10 vermummte Täter ihrer Zerstörungswut auf dem Gelände eines bekannten Autohauses für britische Nobelmarken in Kronberg-Süd freien Lauf. Die Schadenssumme an über 40 Fahrzeugen ist noch gar nicht abschließend festgestellt, liegt aber nach Polizeiangaben mindestens im hohen sechsstelligen Bereich. Im Internet veröffentlichten Unbekannte gestern Nachmittag ein umfangreiches Bekennerschreiben, das weitere Aktionen ankündigt.

Ob diejenigen, di e mit Schlagwerkezeugen die Front- und Seitenscheiben der hochwertigen Pkws zerstörten, identisch sind mit dem oder den Unbekannten, die den linksextremen Text auf der Plattform „de.indymedia.org“ veröffentlichten, wird derzeit von der Polizei geprüft.

Radikaler Umweltschutz

„Militanz ist notwendig und legitim.“, damit versuchen die Verfasser die Straftaten auf dem Gelände des Autohändlers zu rechtfertigen und sie kündigen für die Internationale Automobilausstellung IAA im September weitere Aktivitäten an. Die Polizeipräsidien Westhessen und Frankfurt stehen deshalb bei den Ermittlungen in enger Abstimmung, wie ein Polizeisprecher heute erklärte.

Was die Polizei bei dem veröffentlichten Text etwas zögerlich macht, ist das fehlende Täterwissen. Außer den radikalen Äußerungen zum Umweltschutz und dem ausschweifend formulierten Kampf gegen das Automobil und die dazugehörige Wirtschaft, gibt es keine Informationen, die nicht auch in Medienberichten zu finden sind.

Allerdings: Die symbolische Bedeutung des Tatorts und die Organisation der Tatausführung sprechen für politische Motive. Vermummte Täter mit langer, verdeckender Kleidung, trotz des warmen Wetters, um die Erkennung durch die Videoüberwachung zu erschweren, haben nichts mit spontanem Vandalismus zu tun.

Linksextremismus im Fokus

Frankfurt am Main ist laut Verfassungsschutz ein Szeneschwerpunkt für Autonome in Hessen. Auch das benachbarte Eschborn ist seit langen Jahren kein unbekannter Einsatzraum für Verfassungsschützer, wenn es um Linksextremismus geht.

Woher die bislang unbekannten Täter, die in Kronberg zuschlugen, stammen und wo die Organisatoren beheimatet sind, wird derzeit ermittelt. Es gibt laut Polizei mehrere Zeugen der Ereignisse, die den Notruf in der Nacht um von Sonntag auf Montag um 02:15 Uhr wählten.

Da zur IAA in Frankfurt zahlreiche Prominente aus Politik und Wirtschaft kommen werden, ist der aktuelle „Kronberger Fall“ ein Thema für den Polizeilichen Staatsschutz. Wer will sich hinterher nachsagen lassen, vorher angekündigte Aktivitäten nicht ausreichend im Sicherheitskonzept gewürdigt zu haben?


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