Feuerteufel außer Sichtweite

Symbolbild: Photo-Mix - pixabay.com

Das Lagebild zur Kriminalität in Schwalbach am Taunus ist im Rückblick auf das Jahr 2018 unzweifelhaft mit der großen Brandserie verbunden. Vergangenen Donnerstag haben Bürgermeisterin Christiane Augsburger und Polizeipräsident Stefan Müller mit einem Pressetermin die Aufmerksamkeit auf die neue Videoüberwachung gelenkt, die seit 20. Dezember in Betrieb ist. Beides hat räumlich keine Überschneidungen.

17 Kameras decken nun den gesamten Marktplatz, den Busbahnhof und den Parkplatz am Limeszentrum ab. Das 430.000 Euro teure Überwachungssystem ist das Ergebnis der Kriminalitätsentwicklung im Jahr 2017. Damals kam es zu gehäuften Straftaten im Bereich und Umfeld des Marktplatzes. Übergriffe, Sachbeschädigungen, Feuer in einer Pizzeria und Drogenhandel beeinträchtigten das Sicherheitsgefühl der Bürger erheblich.

Personalintensive Polizeieinsätze, als Teil eines Maßnahmenpakets, haben in den letzten zwei Jahren zu mehr Sicherheit in der Limesstadt geführt, Mannschaftsbusse und Bereitschaftspolizisten prägten an vielen Abenden und in Nächten das Stadtbild.

Seit Mai 2018 kam es zu einer Brandserie und zu Steinwürfen auf Polizeifahrzeuge in der Limesstadt, deren inzwischen über 40 Tatorte alle außerhalb des Erfassungsbereichs der neuen Videoanlage liegen. Bisher konnte kein Feuerteufel festgenommen werden, das bestätigte ein Polizeisprecher auf Nachfrage.

Im November 2018 ebbte die Brandserie ab, in der Neujahrsnacht kam es zum bislang letzten Vorfall. Inwieweit die ganzen brennenden Container, auch ein Auto und ein Motorrad gingen in Flammen auf, zusammenhängen, oder ob es verschiedene Feuerteufel mit unterschiedlichen Motiven waren, ist weiterhin offen.

Fest steht allerdings, dass der Brand in der Schwalbacher Altstadt am 14.09.2018 nichts mit den Ereignissen im Limes zu tun hat. Auch der Versuch aus linken Kreisen die brennende Scheune als politisch rechts motivierte Brandstiftung hinzustellen, deckt sich nicht mit den bisherigen Ermittlungsergebnissen der Polizei.

Direkte Intervention bei Straftaten fraglich

Was sich seit 20. Dezember 2018 tagsüber oder nachts im Bereich der 17 Videokameras abspielt wird erfasst und 10 Tage lang gespeichert. Bisher kann die Schwalbacher Ordnungspolizei live auf Monitoren mitschauen, die geplante Leitung zur Polizeistation in Eschborn-Niederhöchstadt steht noch nicht.

Allerdings ist zweifelhaft, ob gerade dann eine Straftat passiert, wenn jemand genau das Monitorbild dieser Kamera im Auge hat und direkt Maßnahmen einleiten könnte. Vielmehr liegt der Wert der sogenannten „Videoschutzanlage“, wie sie offiziell bezeichnet wird, in einer nachträglichen Auswertung von Szenen und en Täterbildern.


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