Negativrekord für Schwalbach: Fünf Brandstiftungen am letzten Wochenende

Der Müllkäfig vor der katholischen Kita in der Badener Straße war nach Zeugenaussagen verschlossen. Die Entzündung muss deshalb durch die Gitter erfolgt sein.

Inzwischen bilden Wochenenden, an denen keine Müllcontainer angezündet werden, die Ausnahme in Schwalbach. Es gibt mehrere Zeugenaussagen mit vagen Personenbeschreibungen zu Tatverdächtigen.

In der Nacht von Freitag auf Samstag entdeckte eine Polizeistreife  einen brennenden Mülleimer in der Badener Straße. Diesen Brand konnten die Beamten schnell selbst löschen. In derselben Straße kam es rund 23 Stunden später, gegen 23:50 Uhr, zur nächsten Brandstiftung. Der oder die Täter legten durch den geschlossenen „Müllkäfig“ am katholischen Kindergarten Feuer. Nur durch das rasche Eintreffen der Feuerwehr konnte das großflächige Übergreifen auf die umstehenden, trockenen Bäume und Büsche verhindert werden.

Im Ostring legten der oder die Brandstifter gleich zwei Mal an der gleichen Stelle Feuer.

Auf Facebook wird von zwei dunkel gekleideten Gestalten berichtet, die Richtung Ostring davon gelaufen seien. Dort brannte es rund eine Stunde später. Ein Altpapiercontainer ging nach Polizeiangaben um 00:55 Uhr in Flammen auf.

Gegen 02:00 Uhr brannte dann ein weiterer Container in der Pommernstraße.

Am Sonntag betrachteten viele Anwohner und Spaziergänger kopfschüttelnd die Tatorte der letzten beiden Nächte. Die Polizei ging von Haustür zu Haustür, um mögliche Zeugen zu befragen. Das war aber noch nicht der Abschluss für das Wochenende.

In den ersten Morgenstunden des Montags brannte es wieder an der gleichen Stelle im Ostring, wie die Nacht zuvor. Die Feuerwehr musste um 01:50 Uhr einen weiteren nächtlichen Löscheinsatz für das ausklingende Wochenende durchführen. Laut den Angaben der Zeugin soll ein ca. 1,75 Meter großer, sportlich gebauter Mann mit dunkler Hose und Kapuzenpullover einen brennenden Gegenstand in den Behälter geworfen haben und anschließend weggerannt sein.

Feuerteufel oder Jugendbande?

Aufgrund der Zeugenaussagen der letzten Wochen nimmt die Polizei bei ihren Ermittlungen auch ältere Tatverdächtige ins Visier. Der schnelle Satz von „den Jugendlichen“, die als Täter infrage kommen sollen, überzeugt nicht mehr jeden Kommissar.

Keine zusätzliche SOKO

Seit Juni 2017 ist die Polizei mit einer speziellen Arbeitsgruppe in Schwalbach im Einsatz, um gemeinsam mit der Stadt, der Jugendarbeit und den Justizbehörden der außergewöhnlichen Lage Herr zu werden. Am Sonntagnachmittag verbreitete sich die Information, dass ab Montag eine zusätzliche SOKO zur Aufklärung der fortlaufenden Brandstiftungen gebildet werde.

Dies konnte Polizeisprecher Johannes Neumann bislang nicht bestätigen. Man sei bereits mit hohem Kräfteansatz vor Ort tätig.

Brandermittlungen sind aus kriminalistischer Sicht ohnehin sehr schwierig, wenn es um die konkreten Beweise gegen einen oder mehrere Tatverdächtige geht.

Die sogenannte Videoschutzanlage, die in Kürze mit 17 Kameras im Bereich von Marktplatz und Limeszentrum in Betrieb gehen soll, hätte bei den bisherigen Brandfällen nichts geholfen. Die Tatorte liegen zwar alle auf einem relativ begrenzten Gebiet in der Limesstadt, aber außerhalb der mit Kameras  überwachten Zone.

Optionen

Jetzt ist guter Rat teuer. Noch mehr Polizeistreifen sind aus Kapazitätsgründen nur an einzelnen Tagen möglich. Eine Aufstockung der Ordnungspolizei, die aber auch nachts einsetzbar sein muss, wäre eine Option.

Streifendienste von privaten Sicherheitsunternehmen im öffentlichen Raum sind rechtlich heikel und von der Polizeiführung nicht gern gesehen. Hinzu kommt die Qualifikation der Sicherheitsmitarbeiter, die wenigsten Unternehmen werden auf die Schnelle tatsächlich geeignete Kräfte verfügbar haben.

Es bliebe noch der Einsatz von spezialisierten, mobilen Observationskräften einer Detektei.  Aber auch hier kostet Qualität richtig Geld.


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