Hofheim. "Heute stehen ganz Andere im Mittelpunkt, die Erdbeeren", mit diesen Worten leitete der Kreisbeigeordnete Michael Cyriax die alljährliche Erdbeerpressekonferenz auf der Terrasse des Landratsamtes ein. Das ungünstige Wetter in den ersten Monaten hat bisher nur zu einer Ernte von 50 – 60 % des Vorjahres geführt. Jetzt legen die Landwirte alle Hoffnungen auf die Freilandsaison.
Die Hochburg des Erdbeeranbaus im MTK liegt in Kriftel. Auf 20 Hektar werden dort durchschnittlich 200 Tonnen der süßen roten Früchte pro Jahr geerntet. Auch in Hofheim, Eschborn und Flörsheim werden selbst angebaute Erdbeeren von örtlichen Landwirten angeboten. Obwohl in den Supermärkten bereits einige Wochen früher Erdbeeren in den Regalen liegen, setzen die Erzeuger im Kreis ganz auf die tagesfrische Qualität und die große Aromaausbildung ihrer Früchte.
Missbrauch von Feldern als Hundewiese
Zunehmende Sorgen bereitet den Landwirten das Verhalten einiger Bürger und ihrer nicht angeleinten Hunde in den Feldern. Kein Verbraucher will gerne Erdbeeren unter der Sahne liegen haben, die ihre „besondere Würze“ den Ausscheidungen der Vierbeiner zu verdanken haben. Um für mehr Verständnis zu werben kündigte Kreislandwirt Karlheinz Gritsch die Herausgabe von einem „Feldflur-Knigge“ an. Auch Hinweistafeln sollen aufgestellt werden.
Bedenklicher Flächenverbrauch
Ein weiteres Thema bei der Erdbeerpressekonferenz waren die Sorgen um den großen Flächenverbrauch für Baugebiete im Main-Taunus-Kreis. Der Wald sei in den letzten 20 Jahren gewachsen, da werde nichts abgeknapst, während die landwirtschaftlichen Flächen schrumpfen, monierte Gritsch.
Michael Cyriax konnte in diesem Zusammenhang aber trotzdem auf positive Eckdaten verweisen: Im Main-Taunus-Kreis gebe es mehr Obstbäume als Einwohner, zwei Drittel der Flächen seien landwirtschaftlich genutzt oder bewaldet.
Gute Erntehelfer aus Polen
Der Krifteler Landwirt und Erste Vorsitzende des Hessischen Landesverbandes für Erwerbsobstbau, Berthold Heil, lobte beim Thema Erntehelfer die teilweise über zwanzigjährige gute Zusammenarbeit mit Saisonarbeitern aus Polen. Wenn 2011 die bisher noch eingeschränkte Freizügigkeit für Arbeitskräfte aus EU-Beitrittsländern Osteuropas wegfällt, bleibe abzuwarten, ob bisherige Erntehelfer nicht bevorzugt in die Industrie gehen, gaben die anwesenden Landwirtwirte zu bedenken.
Dass frisch geerntete Erdbeeren aus dem Main-Taunus-Kreis ein besonderes Aroma haben, davon durften sich alle anwesenden Pressevertreter selbst überzeugen. Der „Presseteller“ (siehe Foto) schmeckte vorzüglich.
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