Eschborn. Die Frage nach dem idealen Standort für Eschborns zukünftiges Notfallzentrum steht wieder ganz neu im Raum. Mit einem beachtlichen Fuhrpark von 14 Fahrzeugen ist Eschborns Feuerwehr zwar sehr umfangreich und qualitativ gut ausgestattet, aber der Platzbedarf zum Abstellen ist auch entsprechend groß.Hinzu kommt der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) mit drei Rettungswagen und den Fahrzeugen der Schnelleinsatzgruppe.
Krüger: Noch mal prüfen
Den derzeitigen Standort der Rettungsdienste am Ende der Unterortstraße beizubehalten wird inzwischen auch von der FDP kritisch gesehen. Bisher kamen die Vorschläge, die Feuerwehr und den ASB beispielsweise in den Camp-Phönix-Park zu verlagern, aus den Reihen der SPD, die damit bei der Mehrheit aus CDU und FDP auf Ablehnung stieß.
Im Gespräch mit dem Höchster Kreisblatt sagte der FDP-Fraktionsvorsitzende Fritz Krüger jetzt, die Standortfrage müsse noch mal überprüft werden. Der momentane Standort an der Unterortstraße sei nicht optimal. Krüger sprach aufgrund der eingeschränkten Straßenanbindung von einer «gefangenen Situation». Die SPD-Fraktion wird nach Auskunft ihres Fraktionsvorsitzenden Reinhard Birkert das Thema Notfallzentrum auf der kommenden Sitzung am 22. März erneut behandeln. Birkert machte aber bereits seine persönliche Sicht deutlich. Er sagte, die Platzierung der Rettungsdienste müsse neu diskutiert werden, um einen besseren Standort als den bisherigen zu finden. «Es gibt keine zwanghaften Gründe, dass ASB und Feuerwehr zusammen sind.»
Damit bringt Birkert eine weitere Überlegung ins Spiel, wodurch riesengroße Fahrzeughallen an einer einzigen Stelle nicht unbedingt erforderlich wären. Als möglichen Standort für das Notfallzentrum schlägt der SPD-Fraktionschef das Gelände links neben dem Wiesenbad-Parkplatz an der Hauptstraße vor. Weil die Eigenständigkeit der Niederhöchstädter Feuerwehr, die zusätzlich über drei eigene Fahrzeuge verfügt, ein heißes Eisen ist, ist für Birkert auch eine «Einsatzgemeinschaft» zwischen beiden Wehren denkbar. Diese könnte dann genau zwischen den Stadtteilen ihren Platz finden. Die Option einer Feuerwache neben dem neuen städtischen Dienstleistungszentrum im Camp-Phönix-Park hält der Genosse ebenfalls für eine sehr gute Lösung, zumal die meisten Einsätze tagsüber sowieso das Gewerbegebiet Süd betreffen würden.
Keine Fusion
Auf Nachfrage bestätigt der im Magistrat für den Brandschutz zuständige Stadtrat Karlheinz Gritsch (CDU), dass auch im Rathaus inzwischen wieder Überlegungen bezüglich des optimalen Standorts im Gange seien. Der Umzug des Bauhofs in den Camp-Phönix-Park schaffe zwar Platz und damit eine Entspannung, aber mit Blick auf die entstehenden Kosten für eine Sanierung der alten Hallen an der Unterortstraße sagte Karlheinz Gritsch: «Die Standortfrage stellt sich immer.» Denn möglicherweise sei der Aufwand zu hoch, weil man beim Umbau auch in die Tiefe gehen müsse.
Nähere Angaben zum derzeitigen Stand möglicher Alternativplanungen wollte der Brandschutzdezernent aber noch nicht öffentlich machen. In acht bis zehn Wochen könne er mehr sagen. Der Zusammenlegung der beiden Wehren erteilte der CDU-Politiker eine klare Absage, diese Frage sei bereits vor fünf bis sechs Jahren ausgiebig diskutiert worden. Gritsch gab zu bedenken, dass bei der Standortwahl immer die Einhaltung der gesetzlichen Hilfeleistungsfrist von zehn Minuten relevant sei. Die Feuerwehrleute müssten erst einmal möglichst schnell zur Wache gelangen, um dann rasch ausrücken und frühzeitig am Einsatzort sein zu können.
(veröffentlicht im Höchster Kreisblatt am 05.03.2010)
